Styropor als Schallschutz: Mythos oder Realität?
Styropor ist kein wirksamer Schallschutz. Das Material reflektiert Schallwellen statt sie zu absorbieren und eignet sich primär zur Wärmedämmung. Für echte Schallabsorption benötigen Sie offenporige, dichte Materialien wie Akustikfilz mit mindestens 1500 g/m² Dichte. Moderne Akustikpaneele aus recyceltem PET erreichen Absorptionswerte von αw 0,9 und sind damit bis zu 90 Prozent effektiver als Styropor.
Die Frage nach Styropor als Schallschutz taucht in Bauforen und DIY-Communities regelmäßig auf. Kein Wunder: Das Material ist günstig, leicht verfügbar und wird häufig mit Dämmung assoziiert. Doch während Styropor hervorragende Eigenschaften zur Wärmedämmung mitbringt, sieht es bei der Schalldämmung völlig anders aus. Tatsächlich kann der Einsatz von Styropor zur Schallreduktion sogar kontraproduktiv sein und die akustische Situation verschlechtern.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum Styropor als Schallschutz nicht funktioniert, welche physikalischen Eigenschaften für wirksame Schalldämmung notwendig sind und welche Alternativen Ihnen zur Verfügung stehen. Wir beleuchten die Unterschiede zwischen Styropor und Styrodur, erklären den Unterschied zwischen Schalldämmung und Schallabsorption und zeigen Ihnen professionelle Lösungen, die tatsächlich funktionieren.
Warum Styropor kein geeigneter Schallschutz ist
Um zu verstehen, warum Styropor als Schallschutz versagt, müssen wir uns zunächst die physikalischen Eigenschaften des Materials ansehen. Styropor, chemisch bekannt als expandiertes Polystyrol (EPS), besteht zu etwa 98 Prozent aus Luft und nur zu zwei Prozent aus Polystyrol. Diese Struktur macht es zu einem ausgezeichneten Wärmeisolator, da Luft Wärme schlecht leitet.
Bei Schallwellen funktioniert das Prinzip jedoch grundlegend anders. Schall breitet sich als mechanische Welle durch Materie aus – und zwar besonders gut durch Luft. Die geschlossenzellige Struktur von Styropor bedeutet, dass die Luftbläschen voneinander isoliert sind. Diese geschlossenen Zellen können Schallwellen nicht aufnehmen und in Wärmeenergie umwandeln, wie es für effektive Schallabsorption notwendig wäre.
Stattdessen passiert Folgendes: Schallwellen treffen auf die glatte, harte Oberfläche des Styropors und werden größtenteils reflektiert. Das Material wirkt wie ein akustischer Spiegel. In manchen Fällen kann Styropor sogar als Resonanzkörper fungieren und bestimmte Frequenzen verstärken, was die Lärmbelästigung verschlimmert statt sie zu reduzieren.
Die Rolle der Materialdichte beim Schallschutz
Ein entscheidender Faktor für wirksamen Schallschutz ist die Dichte des Materials. Styropor weist typischerweise eine Dichte von nur 15 bis 30 Kilogramm pro Kubikmeter auf. Zum Vergleich: Effektive Schallabsorber wie hochverdichteter Akustikfilz bringen es auf eine Flächendichte von 1500 bis 2000 Gramm pro Quadratmeter bei nur 9 bis 15 Millimeter Dicke.
Diese hohe Dichte ist entscheidend, weil sie die kinetische Energie der Schallwellen aufnehmen und in Wärme umwandeln kann. Die offenporige Struktur von Akustikfilz ermöglicht es den Schallwellen, in das Material einzudringen, wo sie durch Reibung an den Fasern gedämpft werden. Styropor bietet weder die notwendige Dichte noch die offenporige Struktur für diesen Prozess.
Styropor versus Styrodur: Gibt es einen Unterschied beim Schallschutz?
Häufig wird die Frage gestellt, ob Styrodur – das extrudierte Polystyrol (XPS) – bessere Schalldämmeigenschaften aufweist als herkömmliches Styropor. Die kurze Antwort lautet: Nein, auch Styrodur ist kein wirksamer Schallschutz.
Styrodur unterscheidet sich von Styropor durch das Herstellungsverfahren. Während Styropor aus expandierten Perlen besteht, wird Styrodur durch Extrusion hergestellt, was zu einer noch dichteren, geschlossenzelligeren Struktur führt. Diese Eigenschaft macht Styrodur noch wasserabweisender und druckfester als Styropor – beides ausgezeichnete Eigenschaften für die Perimeterdämmung im Erdreich.
Für die Schalldämmung bedeutet die noch geschlossenere Zellstruktur jedoch, dass Styrodur Schallwellen sogar noch stärker reflektiert als Styropor. Die glatte, harte Oberfläche lässt Schallwellen praktisch ungehindert abprallen. Weder Styropor noch Styrodur erreichen nennenswerte Schallabsorptionswerte, wie sie durch den Schallabsorptionsgrad αw ausgedrückt werden.
Schallabsorptionsgrad: Die messbare Wahrheit
Der Schallabsorptionsgrad αw ist eine normierte Kennzahl, die angibt, wie viel Prozent der auftreffenden Schallenergie ein Material absorbiert. Die Skala reicht von 0,0 (vollständige Reflexion) bis 1,0 (vollständige Absorption). Styropor erreicht bestenfalls Werte um αw 0,05 bis 0,1 – das bedeutet, dass nur 5 bis 10 Prozent der Schallenergie absorbiert werden.
Professionelle Akustiklösungen wie Akustikpaneele aus hochverdichtetem Filz erreichen hingegen Werte von αw 0,9. Das entspricht einer Absorption von bis zu 90 Prozent der Störgeräusche – ein Unterschied, den Sie hörbar wahrnehmen werden. Diese Paneele nutzen eine Materialstärke von 15 Millimetern bei einer Dichte von 2000 g/m², wodurch sie Schallwellen effektiv in Wärme umwandeln können.
Schalldämmung versus Schallabsorption: Ein wichtiger Unterschied
Bevor wir uns den Alternativen zu Styropor widmen, ist es wichtig, zwei grundlegende Konzepte zu unterscheiden: Schalldämmung und Schallabsorption. Diese Begriffe werden oft verwechselt, beschreiben aber völlig unterschiedliche Phänomene.
Schalldämmung bezeichnet die Verringerung der Schallübertragung von einem Raum in einen anderen. Hier geht es darum, zu verhindern, dass Lärm durch Wände, Decken oder Böden dringt. Für wirksame Schalldämmung benötigen Sie schwere, massive Materialien und mehrschichtige Konstruktionen mit entkoppelten Ebenen. Typische Lösungen sind schwere Gipskartonplatten, Masse-Feder-Masse-Systeme oder Schwerschüttungen.
Schallabsorption hingegen verbessert die Akustik innerhalb eines Raumes. Absorbierende Materialien reduzieren Nachhall, Echo und diffuse Reflexionen. Sie sorgen dafür, dass Gespräche verständlicher werden, Musik klarer klingt und der Raum insgesamt angenehmer wirkt. Hierfür benötigen Sie poröse, offenzellige Materialien mit hoher Dichte.
Styropor versagt in beiden Disziplinen: Es ist zu leicht für wirksame Schalldämmung und zu geschlossenzellig für effektive Schallabsorption. Wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus die Geräusche vom Nachbarn reduzieren möchten, benötigen Sie bauliche Maßnahmen zur Schalldämmung. Wenn Sie hingegen den Hall in Ihrem Wohnzimmer oder Home Office reduzieren möchten, sind absorbierende Akustikpaneele die richtige Wahl.
Wirksame Alternativen zu Styropor für die Schallabsorption
Nachdem wir geklärt haben, warum Styropor als Schallschutz nicht funktioniert, stellt sich die Frage: Welche Materialien eignen sich tatsächlich? Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche bewährte Alternativen, die nicht nur effektiver, sondern auch einfacher zu verarbeiten sind.
Akustikfilz: Die moderne Standardlösung
Akustikfilz aus recyceltem PET hat sich als eine der effektivsten und praktischsten Lösungen für die Raumakustik etabliert. Das Material vereint mehrere Vorteile: Es ist offenporig, hochverdichtet, formstabil und dabei umweltfreundlich. Moderne Akustikpaneele aus Filz bestehen zu mehr als 60 Prozent aus recycelten PET-Flaschen und sind zu 100 Prozent schadstoff- und geruchsfrei.
Die Wirkungsweise von Akustikfilz beruht auf seiner faserigen, offenporigen Struktur. Schallwellen dringen in das Material ein und werden durch Reibung an den Fasern in Wärmeenergie umgewandelt. Je dichter der Filz, desto effektiver die Absorption. Hochwertige Filzpaneele mit 2000 g/m² Dichte erreichen Absorptionswerte von αw 0,9 und sind damit etwa zehnmal effektiver als Styropor.
Ein praktischer Vorteil: Die meisten Filzpaneele sind selbstklebend und können rückstandslos wieder entfernt werden. Das macht sie ideal für Mietwohnungen. Die Montage ist denkbar einfach – Schutzfolie abziehen, Paneel an die Wand drücken, fertig. Die Paneele haften auf nahezu allen Oberflächen, von Tapete über Putz bis zu Fliesen und Glas.
Kombilösungen aus Holz und Akustikfilz
Für Räume, in denen neben der akustischen Verbesserung auch die Optik eine wichtige Rolle spielt, bieten sich Akustikpaneele aus Holz und Filz an. Diese Produkte kombinieren die schallbrechenden Eigenschaften von Holzlamellen mit der absorbierenden Wirkung von hochverdichtetem Akustikfilz.
Die Funktionsweise ist raffiniert: Die Holzlamellen aus FSC-zertifiziertem Echtholzfurnier brechen die auftreffenden Schallwellen und streuen sie in verschiedene Richtungen. Der darunterliegende 9 Millimeter dicke Akustikfilz mit 1500 g/m² Dichte absorbiert dann bis zu 90 Prozent der Schallenergie. Das Ergebnis ist ein spürbar ruhigerer Raum mit klarer Sprachverständlichkeit.
Diese Paneele mit den Maßen 120 x 60 x 2,1 Zentimeter sind besonders für Wohnzimmer, Home Offices und Heimkinos geeignet. Die Gesamtstärke von nur 21 Millimetern (12 mm Holzlamellen plus 9 mm Filz) macht sie raumsparend, während das Gewicht von 5,2 Kilogramm pro Paneel für die notwendige Masse zur Schallreduktion sorgt. Die Montage erfolgt mit Montagekleber, Schrauben oder Nägeln – je nachdem, ob Sie eine dauerhafte oder reversible Lösung bevorzugen.
Mineralfaser und Steinwolle: Bewährte Klassiker
Neben modernen Filzlösungen haben sich auch Mineralfaser- und Steinwolleprodukte als wirksame Schallabsorber bewährt. Diese Materialien werden seit Jahrzehnten im professionellen Akustikbau eingesetzt und erreichen ebenfalls hohe Absorptionswerte.
Mineralwolle ist offenporig, nicht brennbar und erreicht je nach Dichte Schallabsorptionsgrade zwischen αw 0,7 und 1,0. Allerdings bringt das Material auch Nachteile mit sich: Es kann bei unsachgemäßer Verarbeitung Fasern freisetzen, benötigt in der Regel eine Abdeckung durch Akustikstoff oder gelochte Platten und ist weniger formstabil als Akustikfilz.
Für Wohnräume sind daher fertig konfektionierte Akustikpaneele aus Filz oft die praktischere Wahl. Sie sind sofort einsatzbereit, benötigen keine zusätzliche Verkleidung und lassen sich bei Bedarf einfach zuschneiden oder wieder entfernen.
Spezielle Anwendungsfälle und Lösungsansätze
Home Office und Arbeitsräume
Gerade im Home Office ist gute Raumakustik entscheidend für konzentriertes Arbeiten und verständliche Videokonferenzen. Styropor würde hier die Situation eher verschlechtern, indem es Schallwellen reflektiert und den Hall verstärkt. Die Lösung: Gezielt platzierte Absorber an strategischen Punkten.
Besonders effektiv ist die Anbringung von Akustikpaneelen an der Wand hinter dem Schreibtisch sowie gegenüber. Selbstklebende Filzpaneele im Format 30 x 30 Zentimeter lassen sich flexibel anordnen und bei Bedarf erweitern. Mit einer Materialstärke von 15 Millimetern und einer Dichte von 2000 g/m² absorbieren sie auch tiefere Frequenzen, die für das dumpfe Dröhnen in kleinen Räumen verantwortlich sind.
Bereits eine Fläche von 2 bis 3 Quadratmetern kann den Raumklang deutlich verbessern. Die Paneele reduzieren nicht nur den Nachhall, sondern auch die Ermüdung, die durch ständige akustische Reflexionen entsteht. Ihre Stimme klingt in Videokonferenzen klarer, und Sie können sich besser auf Ihre Arbeit konzentrieren.
Wohnzimmer und Heimkino
In Wohnräumen mit großen, glatten Flächen – Fensterfronten, Laminatboden, verputzte Wände – entsteht oft ein unangenehm halliger Raumklang. Fernseher und Musikanlage klingen blechern, Gespräche werden anstrengend. Hier würde Styropor als vermeintlicher Schallschutz keinerlei Verbesserung bringen.
Für eine spürbare Verbesserung der Raumakustik empfiehlt sich der Einsatz von designstarken Holz-Akustikpaneelen, die sich harmonisch in die Wohnraumgestaltung einfügen. Die Kombination aus Echtholzfurnier in verschiedenen Farbtönen – von heller Eiche über warme Birne bis zu dunkler Walnuss – ermöglicht eine Abstimmung auf vorhandene Möbel und Bodenbeläge.
Die Paneele lassen sich nahtlos zu größeren Flächen kombinieren. Für ein durchschnittliches Wohnzimmer von 20 Quadratmetern Grundfläche reichen oft 3 bis 4 Quadratmeter absorbierender Fläche aus, um den Nachhall merklich zu reduzieren. Die Positionierung erfolgt idealerweise an den Hauptreflexionspunkten – typischerweise die Wand hinter der Sitzgruppe und seitlich des Fernsehers.
Musikräume und Studios
In Räumen, in denen Musik gemacht oder aufgenommen wird, ist präzise Akustik unverzichtbar. Styropor würde hier nicht nur versagen, sondern könnte durch selektive Reflexionen bestimmte Frequenzen verstärken und das Klangbild verfälschen. Professionelle Akustiklösungen sind daher unerlässlich.
Für Musikräume empfiehlt sich eine Kombination verschiedener akustischer Maßnahmen: Breitbandabsorber für den gesamten Frequenzbereich, Bassabsorber für tiefe Frequenzen und Diffusoren für eine gleichmäßige Schallverteilung. Holz-Akustikpaneele erfüllen dabei eine Doppelfunktion: Die Lamellen wirken als Diffusoren, während der Filz als Breitbandabsorber fungiert.
Die Montage mit Schrauben oder Nägeln ermöglicht es, die Paneele bei Bedarf wieder zu entfernen und die akustische Gestaltung anzupassen. Anders als bei Styropor, das nach der Verklebung kaum noch zu entfernen ist, bleiben Sie mit professionellen Akustikpaneelen flexibel.
Schutz und Akustik: Doppelfunktionale Lösungen
Ein oft übersehener Aspekt ist die Kombination von mechanischem Schutz und akustischer Verbesserung. In Bereichen wie Garagen, Fluren oder hinter Dartscheiben wird häufig nach Materialien gesucht, die sowohl vor Stößen schützen als auch Lärm reduzieren. Styropor bietet zwar einen gewissen Aufprallschutz, versagt aber bei der Schallreduktion.
Eine innovative Lösung sind Wandschutzmatten aus hochverdichtetem Akustikfilz. Diese Matten mit den Maßen 118 x 59 x 0,9 Zentimeter vereinen Aufprallschutz mit akustischer Dämmwirkung. Die Dichte von 1500 g/m² macht sie stoßfest genug, um Wände vor Kratzern und Dellen zu schützen, während die offenporige Struktur bis zu 80 Prozent der Geräusche absorbiert.
Typische Einsatzbereiche sind Garagen (Schutz vor Autotüren), Flure (Schutz vor Möbeltransport), Kinderzimmer (Schutz vor Spielzeug) oder Hobbyräume (Schutz vor Sportgeräten). Die selbstklebende Rückseite ermöglicht eine werkzeuglose Montage, und die wasserabweisende Oberfläche lässt sich mühelos mit einem feuchten Tuch reinigen.
Praktische Hinweise zur Umsetzung
Flächenberechnung: Wie viel Absorption benötigen Sie?
Eine häufige Frage lautet: Wie viele Quadratmeter Akustikpaneele benötige ich für meinen Raum? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab: Raumgröße, vorhandene Möblierung, Art der Nutzung und persönliche Präferenzen.
Als Faustregel gilt: Für eine spürbare Verbesserung der Raumakustik sollten 10 bis 20 Prozent der Wandfläche mit absorbierendem Material bedeckt sein. In einem Raum mit 30 Quadratmetern Wandfläche entspricht das 3 bis 6 Quadratmetern Akustikpaneelen. Wichtiger als die absolute Menge ist jedoch die strategische Positionierung.
Schallwellen verhalten sich ähnlich wie Lichtstrahlen: Sie werden an glatten Oberflächen reflektiert. Die effektivsten Positionen für Akustikpaneele sind daher die Hauptreflexionspunkte – typischerweise die Wände, an denen Schall direkt zurückgeworfen wird. In einem rechteckigen Raum sind das meist die Wand gegenüber der Schallquelle und die Seitenwände.
Montage: Worauf Sie achten sollten
Die Montage von Akustikpaneelen ist deutlich einfacher als die Verarbeitung von Styropor. Während Styropor oft mit speziellen Klebern fixiert werden muss und nach dem Anbringen kaum noch zu entfernen ist, bieten moderne Akustiklösungen flexible Optionen.
Selbstklebende Filzpaneele sind die einfachste Lösung. Die Rückseite ist mit einer hochwertigen Klebeschicht versehen, die auf praktisch allen Oberflächen haftet. Die Montage erfolgt in drei Schritten: Oberfläche reinigen, Schutzfolie abziehen, Paneel andrücken. Die Klebeverbindung ist sofort belastbar und hält dauerhaft. Bei Bedarf lassen sich die Paneele rückstandslos entfernen – ein entscheidender Vorteil gegenüber Styropor.
Holz-Akustikpaneele sind aufgrund ihres Gewichts von 5,2 Kilogramm pro Paneel nicht selbstklebend. Für die Montage stehen Ihnen drei Optionen zur Verfügung: Montagekleber für eine dauerhafte Befestigung, Schrauben mit Dübeln für maximale Tragkraft oder Nägel für eine einfache, aber feste Verbindung. Alle Befestigungsmethoden sind im Lieferumfang enthalten.
Der Vorteil der mechanischen Befestigung: Die Paneele lassen sich bei Bedarf wieder entfernen, ohne Rückstände zu hinterlassen. Bohrlöcher können einfach verspachtelt werden. Bei Verwendung von Montagekleber sollten Sie bedenken, dass die Entfernung aufwendiger ist – dafür entfällt das Bohren.
Kombination verschiedener Lösungen
Für optimale Ergebnisse lassen sich verschiedene Akustikprodukte kombinieren. In einem Home Office könnten Sie beispielsweise Holz-Akustikpaneele als optisches Highlight hinter dem Schreibtisch anbringen und zusätzlich dezente weiße Filzpaneele an den Seitenwänden platzieren.
Die Holzpaneele mit ihren Lamellen sorgen für Schallstreuung und eine angenehme räumliche Akustik, während die Filzpaneele gezielt Reflexionen absorbieren. Durch die verschiedenen Formate – 120 x 60 Zentimeter für Holzpaneele, 30 x 30 Zentimeter für Filzpaneele – lassen sich auch verwinkelte Räume optimal ausstatten.
Ein weiterer Vorteil dieser Kombination: Die Kosten bleiben überschaubar. Während Holzpaneele mit 109,90 Euro pro 0,72 Quadratmeter die hochwertigere Lösung darstellen, kosten Filzpaneele nur 38,90 Euro für 0,81 Quadratmeter. So können Sie Ihr Budget optimal einsetzen und dennoch eine professionelle akustische Verbesserung erreichen.
Nachhaltigkeit und Gesundheit: Ein wichtiger Aspekt
Bei der Wahl von Materialien für Ihr Zuhause oder Büro spielen neben der Funktionalität auch ökologische und gesundheitliche Aspekte eine wichtige Rolle. Auch hier zeigt sich, dass Styropor als Schallschutz die falsche Wahl ist – nicht nur wegen der mangelnden Wirksamkeit, sondern auch aus Nachhaltigkeitsgründen.
Styropor wird aus Erdöl hergestellt und ist nur schwer recycelbar. Zwar gibt es Recyclingprogramme für sauberes Styropor aus Verpackungen, doch einmal verklebtes oder verschmutztes Material landet meist im Restmüll. Die Entsorgung ist problematisch, da das Material voluminös ist und bei der Verbrennung Schadstoffe freisetzen kann.
Moderne Akustikpaneele aus recyceltem PET bieten hier eine überzeugende Alternative. Die Produkte bestehen zu mehr als 60 Prozent aus recycelten PET-Flaschen, die zu Fasern verarbeitet und zu hochverdichtetem Filz verpresst werden. Das Material ist zu 100 Prozent schadstoff- und geruchsfrei, enthält keine Formaldehyde oder andere flüchtige organische Verbindungen.
Die Oberflächen sind speziell versiegelt, was sie dauerhaft farbecht und wasserabweisend macht. Staub und Schmutz lassen sich mühelos mit einem feuchten Tuch entfernen – ein wichtiger Aspekt für Allergiker. Anders als Styropor, das elektrostatisch aufgeladen Staub anzieht, bleiben Akustikfilz-Oberflächen sauber.
Auch bei Holz-Akustikpaneelen wird auf Nachhaltigkeit geachtet. Das verwendete Holzfurnier stammt aus FSC-zertifizierter Forstwirtschaft, die MDF-Trägerplatten entsprechen der Emissionsklasse E1 (sehr geringe Formaldehydemission), und der Akustikfilz besteht ebenfalls aus recyceltem PET. Die gesamte Produktionskette erfolgt in Deutschland nach strengen Qualitäts- und Umweltstandards.
Kosten-Nutzen-Betrachtung
Ein häufiges Argument für Styropor als vermeintlichen Schallschutz ist der niedrige Preis. Tatsächlich kostet Styropor in Baumarktqualität nur wenige Euro pro Quadratmeter. Doch diese Rechnung geht nicht auf, wenn das Material seinen Zweck nicht erfüllt.
Stellen Sie sich vor, Sie investieren 50 Euro in Styroporplatten, mehrere Stunden Arbeit in die Montage – und stellen dann fest, dass sich die Raumakustik nicht verbessert hat oder sogar schlechter geworden ist. Die vermeintliche Ersparnis entpuppt sich als Fehlinvestition. Hinzu kommt die aufwendige Entsorgung und möglicherweise die Reparatur beschädigter Wandoberflächen.
Professionelle Akustiklösungen sind in der Anschaffung zwar teurer, bieten aber ein unvergleichlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein Set selbstklebender Filzpaneele für 38,90 Euro deckt 0,81 Quadratmeter ab und erreicht einen Schallabsorptionsgrad von αw 0,9. Das entspricht etwa 4,80 Euro pro Prozentpunkt Absorption pro Quadratmeter.
Styropor mit einem Absorptionsgrad von bestenfalls αw 0,1 würde selbst bei einem Preis von nur 5 Euro pro Quadratmeter auf 50 Euro pro Prozentpunkt Absorption kommen – und das bei deutlich schlechterer Handhabung, Optik und Umweltbilanz. Die Rechnung ist eindeutig: Qualität lohnt sich.
Hinzu kommen weitere Vorteile professioneller Lösungen: 30-Tage-Zufriedenheitsgarantie, kostenloser Versand, Lieferung in 1-4 Tagen und deutscher Kundenservice. Bei Fragen zur optimalen Produktwahl oder Montage erhalten Sie kompetente Beratung – ein Service, den der Baumarkt nicht bieten kann.
Häufige Fehler bei der akustischen Raumgestaltung
Neben der Wahl des falschen Materials gibt es weitere häufige Fehler, die die akustische Wirkung beeinträchtigen können. Wenn Sie diese Fallstricke kennen, können Sie von Anfang an die richtigen Entscheidungen treffen.
Fehler 1: Zu wenig Fläche
Viele Menschen unterschätzen, wie viel absorbierende Fläche für eine spürbare Verbesserung notwendig ist. Ein einzelnes Akustikpaneel von 0,7 Quadratmetern wird in einem 20 Quadratmeter großen Raum kaum Wirkung zeigen. Planen Sie mindestens 2-3 Quadratmeter für kleinere Räume und 4-6 Quadratmeter für größere Wohnräume ein.
Fehler 2: Falsche Positionierung
Akustikpaneele entfalten ihre Wirkung am besten an den Hauptreflexionspunkten. Eine Anbringung nur an der Decke oder nur an einer einzelnen Wand ist meist wenig effektiv. Analysieren Sie, wo der Schall hauptsächlich reflektiert wird, und platzieren Sie die Paneele gezielt an diesen Stellen.
Fehler 3: Verwechslung von Dämmung und Absorption
Wie bereits erläutert, sind Schalldämmung (Verhinderung der Schallübertragung) und Schallabsorption (Verbesserung der Raumakustik) zwei verschiedene Dinge. Akustikpaneele verbessern die Akustik im Raum, reduzieren aber nicht die Schallübertragung zum Nachbarn. Für Letzteres sind bauliche Maßnahmen notwendig.
Fehler 4: Nur auf niedrige Frequenzen fokussieren
Tiefe Frequenzen (Bass) sind schwerer zu absorbieren als hohe Frequenzen. Viele DIY-Lösungen konzentrieren sich auf Bassabsorption, vernachlässigen aber den mittleren und hohen Frequenzbereich. Breitbandabsorber wie hochverdichteter Akustikfilz decken das gesamte Spektrum ab und sorgen für ein ausgewogenes Klangergebnis.
Professionelle Akustikplanung: Wann ist sie sinnvoll?
Für die meisten Wohn- und Arbeitssituationen reichen die beschriebenen Standardlösungen vollkommen aus. Es gibt jedoch Szenarien, in denen eine professionelle Akustikplanung sinnvoll sein kann:
Heimkinos und HiFi-Räume: Wenn Sie in einen hochwertigen Heimkinoaufbau investieren, sollte auch die Raumakustik stimmen. Eine Akustikmessung kann Problembereiche identifizieren, und gezielte Maßnahmen können den Klang optimieren.
Tonstudios und Proberäume: Hier sind präzise akustische Bedingungen unverzichtbar. Neben Breitbandabsorbern benötigen Sie möglicherweise auch Bassabsorber, Diffusoren und eine durchdachte Raumgeometrie.
Großraumbüros und Konferenzräume: In gewerblichen Räumen gelten oft spezifische Anforderungen an die Raumakustik, etwa DIN 18041. Eine professionelle Planung stellt sicher, dass diese Vorgaben eingehalten werden.
Für den privaten Bereich gilt jedoch: Mit den richtigen Produkten und etwas Grundwissen können Sie selbst hervorragende Ergebnisse erzielen. Die Investition in eine professionelle Akustikmessung lohnt sich meist nur bei sehr anspruchsvollen Projekten.
Zusammenfassung: Der richtige Weg zu besserer Raumakustik
Styropor als Schallschutz ist ein verbreiteter Irrtum, der auf der Verwechslung von Wärme- und Schalldämmung beruht. Die geschlossenzellige Struktur, die Styropor zu einem hervorragenden Wärmeisolator macht, verhindert gleichzeitig jede nennenswerte Schallabsorption. Mit Absorptionswerten von nur αw 0,05 bis 0,1 ist Styropor etwa zehnmal weniger effektiv als professionelle Akustiklösungen.
Auch Styrodur bietet keine Lösung. Die noch dichtere Struktur des extrudierten Polystyrols reflektiert Schallwellen sogar noch stärker als herkömmliches Styropor. Beide Materialien eignen sich ausschließlich zur Wärmedämmung, nicht aber zur akustischen Verbesserung von Räumen.
Die richtige Lösung für bessere Raumakustik sind offenporige, hochverdichtete Materialien wie Akustikfilz aus recyceltem PET. Mit Dichten von 1500 bis 2000 g/m² und Absorptionswerten von αw 0,9 erreichen diese Materialien eine bis zu 90-prozentige Reduktion von Störgeräuschen. Die Montage ist einfach, die Optik ansprechend, und die Umweltbilanz überzeugt.
Für designorientierte Lösungen bieten sich Kombinationen aus Holzlamellen und Akustikfilz an. Diese Paneele vereinen die schallbrechenden Eigenschaften von Holz mit der absorbierenden Wirkung von Filz und fügen sich harmonisch in jede Wohnraumgestaltung ein.
Ob Home Office, Wohnzimmer, Musikraum oder gewerblicher Bereich – mit den richtigen Akustikprodukten verbessern Sie nicht nur die Klangqualität, sondern steigern auch Ihr Wohlbefinden. Denn gute Akustik bedeutet weniger Stress, bessere Konzentration und angenehmere Gespräche. Investieren Sie in Lösungen, die tatsächlich funktionieren – Ihre Ohren werden es Ihnen danken.